Mitgründer des Vereins
Franz Heuell Nikolaus Brill

 

Die Geschichte des Männerchores Concordia Förde

Erste Anfänge des Chorgesangs fanden schon in den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts statt. Der Dorfschullehrer Franz Koch (gest.1872) hatte einige sangesfreudige Männer um sich versammelt, um mit ihnen regelmäßige Gesangsabende in der alten Förder Schule abzuhalten. Es wurden überwiegend mehrstimmige geistliche Lieder einstudiert, um Gottesdienste feierlich mitzugestalten. Aber auch bei Dorffesten und Familienfeiern traten die Männer auf.

Auf Anregung von Franz Koch gründeten am zweiten Weihnachtstag des Jahres 1860 im Gasthaus Boerger (Fischers Saal) die Sänger den Förder Männergesangverein, um Gesang und Liedgut weiter zu pflegen.

Sieben Männer gehören zu einem Verein, so heißt es nach altem Rechtsbrauch.

In Förde zählte man neun Mitglieder: Anton Boerger, Nicolaus Brill, Theodor Maag, Franz Koch, Theodor Boerger, Franz Heuell, Wilhelm Becker- Borggräfe, Johann Quinke und Josef Beule.

Für das erste gesammelte Geld kaufte man einen langen Tisch, zwei Bänke und eine Öllampe. Die Noten der einzelnen Stimmen wurden selbst geschrieben.

Der erste Chorleiter und zugleich auch Vorsitzende wurde Anton Boerger. Er war auch gleichzeitig der Vereinswirt des neugegründeten Chores.

In den alten Statuten ist zu lesen: „Wöchentlich findet eine ordentliche Gesangsübung statt. Aktives Mitglied kann jede unbescholtene Person werden, die das 18. Lebensjahr vollendet hat. Die Aufnahme findet durch Ballontage (geheime Abstimmung) statt, welche 8 Tage vorher bekannt zu geben ist.“

1863 trat der Chor erstmals bei einem Chorfest in Helden auf.
Weitere Auftritte in Meschede, Lüdenscheid und Neheim-Hüsten sind in der Vereinschronik vermerkt.

Während des deutsch-französischen Krieges 1870/71 kam der Gesang zum Erliegen.

1874 wurde die erste Vereinsfahne angeschafft. Die Kosten hierfür wurden durch großzügige Spender aufgebracht.

1908 nahm der Chor an einem Wettstreit in Schmallenberg teil und holte mehrere erste Preise.

1910 zum 50-jährigen Jubiläum, das mit einem Wettstreit begangen wurde, nahmen viele befreundete Chöre teil. Aus alten Dokumenten geht hervor, dass hierzu sogar Kaiser Wilhelm II. angeschrieben wurde. Man bat ihn um einen Preis für diesen Wettstreit.
Seine Majestät der Kaiser verlieh hierauf eine silberne Medaille mit seinem Bild. Als Kaiserplakette wurde dieser Preis vom MGV Olpe errungen.

Im Jubeljahr zählte der Verein 9 Ehrenmitglieder und 28 Sänger.

Da viele Sänger zum Kriegsdienst eingezogen wurden, ruhte das Vereinsleben von August 1914 bis in das Jahr 1919.

1927, nach einem Gesangsfest in Kirchveischede, versuchte man, mit dem im Jahr zuvor gegründetem MGV „St. Johannes Grevenbrück“ zu fusionieren. Am 24. Juni 1927 trafen sich beide Vereine im Café Belke zu ersten Gesprächen. Doch erst im April 1934 kam es auf Anregung des Kreissängertages zur Fusion.

Nach dem 2. Weltkrieg ging man dann wieder eigenständige Wege und beide Vereine bestehen heute noch einvernehmlich nebeneinander.

1947 wurde ein neu gegründeter Frauenchor angegliedert (seine Geschichte ist gesondert aufgeführt).

1960 wurde dem Chor für sein 100 – jähriges Bestehen in Düsseldorf die Zelterplakette überreicht.

Ende der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts entstand aus dem Frauenchor und dem MGV Förde der MGV „ Concordia“ Foerde – Gemischter Chor.

Seit dem Jahr 1995 trägt der Verein offiziell den Namen
Gemischter Chor „Concordia“ Grevenbrück – MGV Foerde von 1860 – e.V.

1996, nach über 130 Jahren, stifteten großzügige Spender eine neue Vereinsfahne. Sie wurde bei einer feierlichen Messfeier in der Grevenbrücker Pfarrkirche geweiht. Die alte Vereinsfahne wurde an das Heimatmuseum übergeben.

1998 nahm der Chor erfolgreich am Zuccalmaglio -Wettbewerb in Bad Sassendorf teil. Der Chor darf sich nun „Volkslieder-LeistungsChor“ nennen. Dies ist der erste Titel in der langen Vereinsgeschichte.

2004 wurde dieser Titel in Netphen erfolgreich wiederholt.

2007 konnte der Chor in Berghausen mit dem Titel „Leistungschor der Stufe C“ einen weiteren Erfolg in seiner Vereinsgeschichte feiern.

Seit Februar 2003 leitet erstmals eine Dirigentin, Frau Tatiana Hundt, den Chor.

Von Anton Boerger bis Johannes Rosenberger spannt sich der Bogen der Vorsitzenden, zwölf seit der Gründung am zweiten Weihnachtstag des Jahres 1860.

 

Die Geschichte des Frauenchores

Am 14. Juli 1947 wurde auf Anregung des MGV Concordia Förde ein Frauenchor gegründet und dem Männerchor angegliedert.
Dirigent für beide Chöre wurde Paul Burkhardt.
60 Frauen trafen sich zur ersten Probe am Mittwochabend im Vereinslokal Boerger.
1947 fand dann bei einem Gesangwettstreit des Männervereins in der Grevenbrücker Schützenhalle der erste Auftritt des Frauenchores statt.

Am 1. Oktober 1947 wurde durch den 2. Vorsitzenden Paul Nückel der vorläufige Vorstand des Frauenchores bestimmt.

Er setzte sich wie folgt zusammen:
1. Vorsitzende Frl. Maria Steinhoff,
2. Vorsitzende Frau Maria Schulte,
Kassiererin Frl. Martha Klein,
Schriftführerin Frau Änne Lenze sowie die Notenwartin Frl. Maria Boerger (verh. Gilsbach).
Dieser Vorstand wurde bei der Generalversammlung am 13.1.1948 durch Wahl bestätigt.

Ab dieser Versammlung gab es bei Frauen- und Männerchor eigene Aktivitäten, wie z.B. Nikolausfeiern, Generalversammlungen und ähnliche.

Am 10. Januar 1950 wurde der Vorstand des Frauenchores dann wieder aufgelöst, da „der Frauenchor überhaupt nur eine Abteilung des Männer–Gesangvereins darstellt“, so schreibt die neue Schriftführerin Friedel Heuell. Die Chöre treten aber weiterhin mit eigenen Beiträgen auf als Frauenchor, Männerchor oder auch gemeinsam als Gemischter Chor.

Bei der Generalversammlung im Jahre 1951 wurde dann wieder ein Vorstand gewählt. Den Vorsitz übernahm Martha Boerger.

Bei der Generalversammlung am 22. Januar 1952 löste Paula Kramer die Schriftführerin Friedel Heuell ab und bekleidete dieses Amt bis 1974 beim Zusammenschluss beider Chöre.

Bis zum Jahr 1960 hieß der Chorleiter für beide Chöre Willi Bödefeld.

1959 nahm der Chor an einem Wertungssingen in Meggen teil.

Im Juni 1960 trennte man sich dann von dem Dirigenten Willi Bödefeld und Josef Beckmann übernahm die Leitung beider Chöre. Die Übungsstunden wurden von Mittwoch- auf Dienstagabend 19.30 bis 20.30 Uhr verlegt, im Anschluss probte dann der Männerchor.

In der Versammlung am 13. Januar 1962 wurde beschlossen, dass der Frauenchor wieder alle 14 Tage mittwochs von 20 bis 22 Uhr probt.

Ab Oktober 1966 fanden dann die meisten Chorproben im Gemischten Chor statt.

Eine kleine Änderung der Probenarbeit gab es noch einmal in den Jahren 1967 bis 1974. Es wurde festgelegt, dass an den ersten drei Dienstagen im Monat die Proben für den Gemischten Chor stattfinden sollten, aber in der 4. Woche wieder getrennt für Frauenchor und Männerchor.

Im Januar 1974 wurde beschlossen, dass die Sängerinnen und Sänger nur noch gemeinsam als Gemischter Chor auftreten.

Der letzte Eintrag im Protokollbuch des Frauenchores lautet:

„Da im Frauen – wie im Männerchor, heute nur noch Gemischter Chor, immer die gleichen Ereignisse und Veranstaltungen stattfinden, hat der Vorstand beschlossen, dass dieses Buch nicht mehr geführt wird. Ich habe somit 27 Jahre in diesem Buch die freudigen und traurigen Begebenheiten des Vereins festgehalten.

Möge man später beim Lesen dieses Buches sich meiner erinnern.

Lennestadt 11, Grevenbrück, Januar 1974

Paula Kramer, Schriftführerin